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Veröffentlicht am 28.04.2026

Immer mehr Gäste bezahlen ihre Bestellung direkt im Shop – per PayPal, Apple Pay oder Karte. Für den Lieferdienst ist das praktisch: Das Geld ist schon da, wenn der Fahrer losfährt. Für die Fahrer hat es eine Kehrseite: An der Haustür fällt das Trinkgeld oft weg, weil niemand mehr ins Portemonnaie greift.
Kurz & knapp
In vielen Betrieben ist das Trinkgeld ein fester Teil dessen, was Fahrer am Ende eines Abends mitnehmen. Fällt es weg, sinkt die Motivation – oder der Lieferdienst muss den Stundenlohn erhöhen, um gute Leute zu halten. Gleichzeitig wollen die meisten Gäste durchaus etwas geben. Sie denken nur nicht daran, wenn die Rechnung schon bezahlt ist.
Gute Bestellsysteme fragen am Ende des Bestellvorgangs: „Möchtest du dem Team ein Trinkgeld geben?“ – mit vorgeschlagenen Beträgen wie 1, 2 oder 3 Euro und einem freien Feld. Der Betrag wird gemeinsam mit der Bestellung bezahlt und später an das Team ausgezahlt.
Ein Rechenbeispiel: Bei 30 Online-Bestellungen am Tag und durchschnittlich 1 Euro Trinkgeld kommen im Monat rund 900 Euro für dein Team zusammen. Das ist ein echtes Argument im Wettbewerb um gute Fahrer.
Praxis-Tipp
Damit die Verteilung fair bleibt, sollte das System Trinkgelder je Fahrer und Schicht ausweisen. In der Fahrer-App von eCaupo etwa sind Trinkgeld-Auswertung und Einnahmen-Übersicht je Fahrer bereits enthalten.
Notlösung: Lege einen Artikel „Trinkgeld für das Team“ mit festen Beträgen an. Das funktioniert, wirkt aber weniger professionell und taucht im Warenkorb wie ein normales Produkt auf. Prüfe dann die steuerliche Behandlung besonders sorgfältig und achte darauf, dass du keine Provision auf das Trinkgeld zahlst – bei Portalen mit Umsatzbeteiligung ist das schnell der Fall (mehr zur Provision).
Trinkgeld, das Gäste freiwillig und zusätzlich zum Rechnungsbetrag an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben, ist nach § 3 Nr. 51 EStG in der Regel steuerfrei – auch wenn es online eingesammelt und weitergereicht wird. Trinkgeld, das der Inhaber selbst behält, ist dagegen Betriebseinnahme. Wie du online eingesammelte Trinkgelder sauber dokumentierst und auszahlst, solltest du mit deiner Steuerberatung abstimmen.
Online-Zahlung und Trinkgeld schließen sich nicht aus. Mit einer einfachen Abfrage im Bestellvorgang bekommen deine Fahrer zurück, was an der Haustür verloren geht – und deine Gäste können sich bedanken, auch wenn sie kein Bargeld dabeihaben.
Stand: April 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen und ohne Gewähr – Preise und Bedingungen von Anbietern ändern sich.
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